Medieninformation „Laudatio – Vorstandsvorsitzender Bürgermeister-Heinrich-Fritzemeier-Stiftung“

Medieninformation

Laudation von Klaus Geise, Vorstandsvorsitzender der Bürgermeister-Heinrich-Fritzemeier-Stiftung, zum Mietzner-Förderpreis 2018 im Rahmen des Neujahresempfang von Blomberg Marketing e.V. am 20.01.2019

Es ist mir eine besondere Freude, hier nun zum wiederholten Male, genau genommen mit der Schnapszahl „11“, als Vorsitzender der Bürgermeister-Heinrich-Fritzemeier-Stiftung sprechen zu dürfen.

Mittlerweile ist es schon eine echte Tradition geworden, dass auf dem Neujahrsempfang von Blomberg Marketing der Mietzner-Förderpreis verliehen wird.  Für diese Gelegenheit darf ich mich beim Vorstand für die Gastfreundschaft und bei Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit bedanken.

Die langjährigen Besucher dieses Empfangs wissen, dass der, in Würdigung einer bedeutenden Zustiftung so benannte Mietzner-Förderpreis an eine Initiative, Organisation oder Einzelperson in der Blomberger Großgemeinde gegeben wird, die sich im Laufe des letzten Jahres in den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen durch ein besonderes Projekt oder außergewöhnliches Engagement hervorgetan hat.

Der Blick auf die Preisträger der Vorjahre dokumentiert in besonderer Weise die gesellschaftliche Vielfalt in unserer kleinen Stadt – und nicht zuletzt das Bemühen vieler unterschiedlicher Menschen, sich einzubringen und unser Gemeinwesen an vielen großen oder kleinen Stellen lebendig, attraktiv und/oder sozial gerecht zu erhalten und voranzubringen. Das zeichnet uns in Blomberg aus, macht Mut, schafft Zuversicht.

Um dies zu untermauern darf ich heute als Beleg noch einmal an die bisherigen zehn Preisträger/-innen erinnern:

2008 Andrea Plat
2009 Jugendfeuerwehr Blomberg
2010 Inge Austermann und Christian Rogos  -geteilter Preis-
2011 Jutta Streffing
2012 Meisterchor „iuvento musica e.V.“
2013 Ingrid Pause
2014 Linda Stahl
2015 Lebensgemeinschaft Dalborn
2016 Ostlippische Tafel / Ausgabestelle Blomberg
2017 Bernhard Brautlecht
2018 Und dann … genau, der „11.“ Die Zahl „Elf“ wird uns übrigens heute noch einmal begegnen.

Man sieht: Es gibt kein „Strickmuster“ oder zwangsläufige Reihenfolgen – es bildet sich „lediglich“ ein bunter Blumenstrauß von Initiativen und Projekten. Oder anders ausgedrückt: Eine sehr bemerkenswerte Dokumentation der Vielfalt ehrenamtlichen Engagements in und für unsere Stadt. Und dies beileibe nicht als Eintagsfliegen.

In dieser Tradition bewegt sich auch der neue Preisträger. Er (oder auch sie?) ist langjährig Vereinsmitglied bei Blomberg-Marketing, schon jahrzehntelang enorm umtriebig und deshalb natürlich heute unter uns.

Doch kommen wir zum Thema und zum Engagement im engeren Sinne.

Der 11. Gewinner des Mietzner-Förderpreises berührt durchaus unterschiedliche gesellschaftliche Bereiche in unserer Stadt.

Ausgehend von einer langen Tradition hier vor Ort hat es der Preisträger verstanden, sich immer wieder den Anforderungen und Weiterentwicklungen seines Genres zu stellen. Dabei hat er es auch immer wieder mit widrigen Umständen zu tun gehabt. Mit beträchtlichem Einsatz von Arbeitsstunden und nicht zuletzt von privaten Finanzmitteln hat man sich vorbildlich ein Umfeld geschaffen, was inzwischen eine unverwechselbare Heimstätte bietet.

Der Preisträger ist überdurchschnittlich flott und sportlich unterwegs – dabei lassen Fachbegriffe wie „Überschlag“, „halbe Rolle“, „ganze Rolle“ oder „Aufschwung“ schnell den Gedanken zu Turnübungen zu. Dazu passt dann hingegen nicht ganz der „Kurvenslip“ – der allerdings auch nichts mit Unterwäsche in einer Serpentine zu tun hat.

Ein Liedermacher verspricht übrigens den Anhängern der Sportart grenzenlose Freiheit und einen gelassenen Blick auf vermeintliche große und wichtige Dinge, die dann „plötzlich nichtig und klein“ werden.

Für den Verein sind Namensgebungen nicht außergewöhnlich – manchmal denn aber doch. So weilte 1961 Willy Brandt, damals noch als Regierender Bürgermeister, in unserer Nelkenstadt und taufte das jüngste „Kind“ der Sportler origineller weise auf den Namen „Berlin“.

Mit einem Sprung in die Neuzeit wird deutlich, dass der Verein hier vor Ort fest verwurzelt ist und (nur insofern) „Bodenhaftung“ behalten hat: er bereichert regelmäßig unsere Stadt- und Nelkenfeste, engagiert sich in der Städtepartnerschaft (hier insbesondere mit Oschatz) und sorgt dafür, dass unsere „Nelkenkönigin“ regelmäßig abhebt und überall positiv auffällt, selbst wenn unsere Melanie brav zu Hause ist.

Das alleine ist natürlich für die Preisvergabe nicht ausschlaggebend, aber zeugt von der engen Verbundenheit, die der Verein zu unserer Stadt und ihren Menschen hat und mit welcher Grundeinstellung Initiativen gestartet, begleitet oder verantwortlich durchgeführt werden. Auf diesem durchweg positiven Hintergrund hat der Verein in den vergangenen Jahrzehnten Maßstäbe gesetzt.

Dies betrifft zu einen den Flugbetrieb im engeren Sinne, denn mit Fluglehrern und technischen Leitern braucht es hochqualifizierte und verantwortungsbewusste Menschen im Verein. Gleiches gilt für den Vorstand, der neben den klassischen Organisationsaufgaben durch den besonderen Aufgabenumfang bei Finanzen, Material und Ausrüstung auch besonders gefordert ist.

Und es betrifft zum anderen die Öffnung des Vereins nach außen und hier dann ganz besonders die vorbildliche Kinder- und Jugendarbeit, die weit über das Vereinsleben hinausstrahlt. Und hier kommen wir zum Kern der Auszeichnung, denn die Ausbildung und Förderung des fliegerischen Nachwuchses steht traditionell in einem besonderen Fokus, nicht zuletzt, weil zum Segelflug beträchtliche Kenntnisse und Fähigkeiten erforderlich sind. Die Ausbildung zum Segelflieger ist für beide Seiten (also für Schüler oder für Lehrer) äußerst zeitintensiv und technisch sehr anspruchsvoll.

Seit nunmehr elf Jahren gibt es eine Kooperation mit dem HVG, die naturwissenschaftliche Unterrichtsinhalte anschaulich in den realen Flugbetrieb übersetzt. Die Durchführung von Segelflug-Camps mit fliegerischer Praxis sind hier dann das Highlight. Als zukunftsweisender Weg der Zusammenarbeit kam dann noch die Bildung einer Schülerfluggemeinschaft dazu. Damit wird im HVG für flugsportbegeisterte Schüler der Segelflug zum Schulsport.

Und wie gut diese Ausbildung und Stärkung junger Menschen in frühzeitiger Verantwortung und Teamgeist auch überregional eingeschätzt wird, zeigt ein besonderes Ereignis aus dem Jahr 2018. Denn bei dem bundesweit durch den Deutschen Olympischen Sportbund und der Deutschen Sportjugend ausgelobten Deutschen Schulsportpreis errang der Verein einen ausgezeichneten („wie sollte es anders sein“?) 11. Platz.

Und nun wünsche ich: „Holm und Rippenbruch“

Der 11. Preisträger des Mietzner-Förderpreises ist:

die Luftsportgemeinschaft Lippe-Südost e.V.